So sieht diese Bauweise aus — das Muster, an dem man sie erkennt
Fachwerk
Ein Holzskelett, dessen Zwischenräume gefüllt werden
- Historisch gewachsen
- in Europa etwa vom 12. bis ins 19. Jahrhundert, regional bis heute
Das Prinzip
Ein Gerüst aus Schwelle, Ständern, Riegeln und Rähm trägt die Lasten. Die Felder dazwischen — die Gefache — tragen nichts, sie füllen nur. Deshalb konnte man sie aus dem billigsten Material der Gegend machen: Flechtwerk mit Lehm beworfen, später Lehmsteine oder Ziegel.
Woher sie kommt
Die Bauweise der europäischen Altstädte. Sie entstand aus Holzmangel, nicht aus Holzreichtum: Ein Fachwerkhaus braucht einen Bruchteil des Holzes eines Blockhauses. Jede Region entwickelte eigene Regeln, woran sich fränkische, alemannische und niederdeutsche Häuser bis heute unterscheiden.
Was sie besser kann
Die vollständige Trennung von Tragen und Füllen. Ein morscher Ständer wird ausgewechselt, ohne dass das Haus einstürzt — Fachwerkhäuser sind reparierbar wie kaum etwas anderes, und deshalb stehen so viele noch.
Woran sie scheitert
Der Anschluss zwischen Holz und Gefach arbeitet mit dem Wetter und reisst. Genau dort zieht es, und genau dort kommt Wasser ins Holz. Dämmen lässt sich die Wand nur von innen, weil aussen das Fachwerk sichtbar bleiben soll — und Innendämmung ist der schwierigste Fall überhaupt.