Texte über Architektur, Baukultur und die gebaute Welt
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Zwanzig Bauweisen
Dieselbe Aufgabe, zwanzigmal anders gelöst
Eine Aussenwand muss tragen, wärmen, trocken bleiben und ein Gesicht haben. Wie man das aufteilt, ist die eigentliche Entscheidung — und über die Jahrtausende ist sie sehr unterschiedlich beantwortet worden. Der Blockbau erledigt alle vier Aufgaben mit einem einzigen Material. Der Holzrahmenbau gibt jede einer eigenen Schicht. Beide funktionieren.
Hier stehen zwanzig Antworten nebeneinander, alle mit denselben Formeln gerechnet und denselben Baustoffwerten. Jede lässt sich anklicken und in der Werkstatt auseinandernehmen.
Zur Fairness des Vergleichs. Die historischen Bauweisen stehen so da, wie sie gebaut wurden — ohne Dämmung. Ihre U-Werte sind deshalb um ein Vielfaches schlechter, und das ist kein Argument gegen sie, sondern der Grund, warum es von 6 dieser Bauweisen eine zweite, heutige Fassung gibt. Mit dem Schalter unten lassen sich beide Zustände vergleichen.
Historisch gewachsen
So gebaut, wie sie gebaut wurden — also ohne Dämmung.
Spaltenköpfe sortieren. Material und CO₂ sind Grössenordnungen ohne Arbeitskosten —was das heisst. Eine Verzögerung über 24 Stunden bedeutet, dass die Wand die Tagesschwankung praktisch vollständig schluckt.
Drei Beobachtungen aus der Tabelle
Der U-Wert trennt die Zeiten, nicht die Bauweisen
Sortiert man nach U-Wert, stehen alle historischen Wände unten und alle heutigen oben — quer durch Holz, Stein, Erde und Beton. Die Dämmung entscheidet, nicht das Material. Was das Material entscheidet, sind alle anderen Spalten.
Gewicht und Sommer hängen zusammen, Gewicht und Winter nicht
Die schweren Wände stehen bei der Verzögerung oben und beim U-Wert unten. Masse hilft im Sommer und nützt im Winter fast nichts. Das ist der Grund, warum sich Bauweisen aus heissen Klimazonen nicht einfach nach Norden übertragen lassen — und warum die Hybriden aus schwerer Innenschicht und leichter Dämmung aussen in beiden Spalten gut dastehen.
Die billigsten Wände sind nicht die dünnsten
Stroh ist mit Abstand das günstigste Material und braucht die dickste Wand. Polyurethan ist das teuerste je Kubikmeter und ergibt die dünnste. Welche der beiden billiger baut, hängt deshalb nicht am Material, sondern daran, was der Quadratmeter Grundstück kostet — eine dicke Wand frisst Wohnfläche. In der Stadt gewinnt der Schaum, auf dem Land das Stroh.