So sieht diese Bauweise aus — das Muster, an dem man sie erkennt
Hanfkalk
Hanfschäben mit Kalk gebunden, in Schalung gestampft
- Nachwachsend und rückbaubar
- seit den 1990er Jahren, zuerst in Frankreich
Das Prinzip
Die holzigen Reste der Hanfpflanze werden mit Kalk gemischt und um ein Holzskelett herum in eine Schalung gestampft oder aufgespritzt. Die Masse dämmt und speichert gleichzeitig — trägt aber nicht, das übernimmt das Skelett.
Woher sie kommt
Entstanden in Frankreich bei der Sanierung von Fachwerk, wo man ein Material brauchte, das dämmt und trotzdem Feuchte durchlässt. Hanf wächst in einer Saison und braucht wenig.
Was sie besser kann
Löst einen Zielkonflikt, an dem sonst alle scheitern: dämmen und speichern in einer Schicht, ohne Folie und ohne Schichtgrenze. Der Kalk nimmt beim Aushärten CO₂ auf, das Material bindet in der Summe mehr Kohlenstoff, als seine Herstellung freisetzt.
Woran sie scheitert
Dämmt deutlich schlechter als ein reiner Dämmstoff — die Wand wird dick. Und sie ist monatelang nass: Hanfkalk trocknet langsam, was den Bauablauf bestimmt.