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Ansichtsmuster: Stampflehm (Pisé)

So sieht diese Bauweise aus — das Muster, an dem man sie erkennt

Stampflehm (Pisé)

Feuchte Erde, lagenweise in eine Schalung gestampft


Das Prinzip

Magere, feuchte Erde wird in eine Schalung geschüttet und in Lagen von etwa zehn Zentimetern verdichtet. Nach dem Ausschalen steht die Wand sofort. Es ist Beton-Logik mit Erde statt Zement — und tatsächlich das Verfahren, aus dem der Betonbau technisch hervorging.

Woher sie kommt

Die Region um Lyon ist voll davon; auch die Grosse Mauer besteht in weiten Abschnitten aus gestampfter Erde. In der Schweiz baute Martin Rauch mit dieser Technik moderne Häuser, die zeigen, dass sie nichts Nostalgisches hat.

Was sie besser kann

Die geringste Treibhauswirkung aller tragenden Baustoffe — und das mit Abstand. Dazu die schöne Eigenschaft, dass die Schalung achtzehnmal dasselbe Teil sein kann, wenn das Haus achtzehn gleiche Wände hat. Unstabilisiert ist die Wand vollständig rückbaubar: Sie wird wieder Erde.

Woran sie scheitert

Kein Dämmwert, hohes Gewicht, nasse Baustelle. Gestampft wird nur in der frostfreien Zeit, und jeder Abschnitt braucht Wochen zum Trocknen. Und die Erde muss passen: Zu viel Ton reisst, zu wenig hält nicht — die Körnung entscheidet, ob der Aushub der eigenen Baugrube taugt oder nicht.

Wie sie gebaut wird

Die Wand als Stapel

Stampflehm — 500 mmStampflehm500 mm

Auseinandergezogen, von innen (vorn) nach aussen (hinten). Die Tiefe der Tafeln ist untereinander massstäblich, der Abstand dazwischen erfunden — er ist nur da, damit man jede einzeln sieht.

Wandschnitt — innen links, aussen rechts

innenaussenStampflehm — 500 mmStampflehm500 mm

Derselbe Schnitt, Wasserdampf im Winter

14,8 °C an der Innenoberfläche-3,4 °C aussen
so viel Dampf ist da so viel kann die Luft hier halten hier fällt Wasser aus

Wasser in der Wand, über das Jahr

Grenzwert 1,0 kg/m²JanFebMärApr10°Mai15°Jun18°Jul20°Aug19°Sep15°Okt11°NovDez

Es fällt das ganze Jahr kein Wasser aus. Der eine Wintertag oben sagt, ob Wasser ausfällt; erst der Jahreslauf sagt, ob es wieder verschwindet.

U-Wert
1,601W/m²K
9,4-mal so viel Verlust wie eine heutige Neubauwand
Wanddicke
50,0cm
1 Schichten
Flächengewicht
1000kg/m²
eine Wand von 3 × 5 m wiegt 15,0 Tonnen
Sommer: Verzögerung
15,4Stunden
von der Schwankung draussen kommen 8 % an
Speichermasse
1000kJ/m²K
wie viel Wärme die Wand aufnimmt, bevor sie sich erwärmt
Feuchte im Jahreslauf
trockendas ganze Jahr
der Dampf kommt durch, ohne unterwegs auszufallen
Material
450CHF/m²
nur Baustoff, ohne Arbeit — Grössenordnung
Herstellung
30kg CO₂/m²
bis Werktor, ±50 %
Der Aufbau, von innen nach aussen
SchichtDickeWas das ist
Stampflehm500 mmFeuchte, magere Erde, lagenweise in eine Schalung gestampft. Trägt, speichert Wärme, reguliert Feuchte — und dämmt überhaupt nicht.

Diesen Aufbau in der Werkstatt öffnen →

Auf heutigem Dämmstandard

Tragender Stampflehm innen, Dämmung und hinterlüftete Holzschalung aussen. Untersucht als Weg C der Machbarkeitsstudie zum mana-Vereinshaus.

Die Wand als Stapel

Schalung, sägeroh — 24 mmHinterlüftung — 30 mmHolzfaserplatte — 240 mmStampflehm — 450 mmStampflehm450 mmHolzfaserplatte240 mmHinterlüftung30 mmSchalung, sägeroh24 mm

Auseinandergezogen, von innen (vorn) nach aussen (hinten). Die Tiefe der Tafeln ist untereinander massstäblich, der Abstand dazwischen erfunden — er ist nur da, damit man jede einzeln sieht.

Wandschnitt — innen links, aussen rechts

innenaussenStampflehm — 450 mmHolzfaserplatte — 240 mmHinterlüftung — 30 mmSchalung, sägeroh — 24 mmStampflehm450 mmHolzfaserplatte240 mmHinterlüftung30 mmSchalung, sägeroh24 mm

Derselbe Schnitt, Wasserdampf im Winter

in Aussenluft19,5 °C an der Innenoberfläche-4,5 °C aussen
so viel Dampf ist da so viel kann die Luft hier halten hier fällt Wasser aus

Wasser in der Wand, über das Jahr

Grenzwert 1,0 kg/m²JanFebMärApr10°Mai15°Jun18°Jul20°Aug19°Sep15°Okt11°NovDez

Es fällt das ganze Jahr kein Wasser aus. Der eine Wintertag oben sagt, ob Wasser ausfällt; erst der Jahreslauf sagt, ob es wieder verschwindet.

U-Wert
0,160W/m²K
hält den Schweizer Richtwert für Neubauten (0,17)
Wanddicke
74,4cm
4 Schichten
Flächengewicht
950kg/m²
eine Wand von 3 × 5 m wiegt 14,3 Tonnen
Sommer: Verzögerung
> 24Stunden
so träge, dass praktisch nichts ankommt (0,4 %)
Speichermasse
999kJ/m²K
wie viel Wärme die Wand aufnimmt, bevor sie sich erwärmt
Feuchte im Jahreslauf
trockendas ganze Jahr
der Dampf kommt durch, ohne unterwegs auszufallen
Material
584CHF/m²
nur Baustoff, ohne Arbeit — Grössenordnung
Herstellung
41kg CO₂/m²
bis Werktor, ±50 %
Der Aufbau, von innen nach aussen
SchichtDickeWas das ist
Stampflehm450 mmFeuchte, magere Erde, lagenweise in eine Schalung gestampft. Trägt, speichert Wärme, reguliert Feuchte — und dämmt überhaupt nicht.
Holzfaserplatte240 mmGepresste Holzfasern. Die schwerste der üblichen Dämmungen — und deshalb die einzige, die nennenswert Wärme speichert.
Hinterlüftung30 mmEin oben und unten offener Spalt, in dem Aussenluft aufsteigt. Er führt Feuchte ab — und trennt die Wetterhaut wärmetechnisch vollständig ab: Alles weiter aussen zählt nicht mehr mit.
Schalung, sägeroh24 mmUnbehandelte Bretter als Wetterhaut. Vergraut, wird nicht gestrichen, wird bei Bedarf brettweise getauscht.

Diesen Aufbau in der Werkstatt öffnen →

Diese Bauweise ist in der Machbarkeitsstudie für das mana-Vereinshaus als Weg C untersucht worden — mit Mengen, Kosten und einem gebauten Grundriss. hq.mana.how

Wer so gebaut hat

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