So sieht diese Bauweise aus — das Muster, an dem man sie erkennt
Stampflehm (Pisé)
Feuchte Erde, lagenweise in eine Schalung gestampft
- Historisch gewachsen
- seit der Antike; in Frankreich und China grosse Traditionen
- Machbarkeitsstudie mana-HQ: Weg C
Das Prinzip
Magere, feuchte Erde wird in eine Schalung geschüttet und in Lagen von etwa zehn Zentimetern verdichtet. Nach dem Ausschalen steht die Wand sofort. Es ist Beton-Logik mit Erde statt Zement — und tatsächlich das Verfahren, aus dem der Betonbau technisch hervorging.
Woher sie kommt
Die Region um Lyon ist voll davon; auch die Grosse Mauer besteht in weiten Abschnitten aus gestampfter Erde. In der Schweiz baute Martin Rauch mit dieser Technik moderne Häuser, die zeigen, dass sie nichts Nostalgisches hat.
Was sie besser kann
Die geringste Treibhauswirkung aller tragenden Baustoffe — und das mit Abstand. Dazu die schöne Eigenschaft, dass die Schalung achtzehnmal dasselbe Teil sein kann, wenn das Haus achtzehn gleiche Wände hat. Unstabilisiert ist die Wand vollständig rückbaubar: Sie wird wieder Erde.
Woran sie scheitert
Kein Dämmwert, hohes Gewicht, nasse Baustelle. Gestampft wird nur in der frostfreien Zeit, und jeder Abschnitt braucht Wochen zum Trocknen. Und die Erde muss passen: Zu viel Ton reisst, zu wenig hält nicht — die Körnung entscheidet, ob der Aushub der eigenen Baugrube taugt oder nicht.